Deutsch-Irischer Freundeskreis in Baden-Württemberg e.V.
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The Children from Operation Shamrock

Das Buch von Monica Brandis „The Children from Operation Shamrock - Historical Context, Testimonies and Fictionalized Memory Fragments ist im November im Wissenschaftsverlag Trier erschienen.

Festgehalten für die Nachwelt sind die Geschichte(n) der jungen Deutschen, die kurz nach dem 2. Weltkrieg in Irland eine (zumeist) vorübergehende Heimat fanden.

Die Herausgeber sind Dr. Gisela Holfter und Dr. Joachim Fischer von der Universität Limerick, die das Buch in ihre Reihe "Irish-German Studies" aufnahmen und die offen waren für die interdisziplinäre Herangehensweise, historische Analyse, Interviews und fiktionalisierte Erinnerungen in Form der Kurzgeschichten zu kombinieren.

Das Goethe-Institut Dublin hat den Druck ermöglicht, auch die Deutsche Botschaft hat sich für das Projekt wiederholt stark gemacht,

Für Gespräche, Lesungen, Schulveranstaltungen und auch weiteren Ausstellungen steht (vermutlich erst post-pandemisch) die Autorin Monica Brandis gerne zur Verfügung und kann erfreulicherweise meist einige der Zeitzeugen dafür gewinnen, sie zu begleiten. monchen4@hotmail.com

 

Wer Interesse hat, das Buch zu erwerben, kann dies direkt beim Wisssenschaftsverlag Trier http://www.wvttrier.de/ oder in der lokalen Buchhandlung.

Aktuell beim gleichen Verlag erschienen: "Irish-German Diplomatic Relations (1929-2019)", 150 Seiten,

52 Abb., E 20,00

  

Die Organisation Save the German Children Society wurde 1945 auf Initiative der Kinderärztin Kathleen Murphy gegründet. Sekretär war für eine kurze Zeit der Deutsche Hermann Görtz. In den 30er Jahren von den Briten wegen Spionage verurteilt, hatte er während des Zweiten Weltkriegs versucht die Führung der IRA für eine Unterstützung der NS-Kriegspolitik gegen den “gemeinsamen Feind“ zu gewinnen. Er wurde 1941 zusammen mit dem Journalisten Pearse Paul Kelly von der irischen Polizei verhaftet. Nach einer Internierung folgte die Entlassung bei Kriegsende und das kurze Intermezzo bei der Aktion zur Rettung deutscher Kinder. Als ihm nach einer erneuten Verhaftung die Auslieferung nach Deutschland drohte, beging er Selbstmord.

 

St. Stephen’s  Green Park, Dublin:

The Three Fates.

In den 50er Jahren schenkte die deutsche Bundesregierung dem irischen Volk zur Erinnerung an die "Operation Shamrock" eine von Joseph Wackerle geschaffene Skulptur. Wackerle erwarb sich einen Namen als meisterhafter Brunnenplastiker. Seine Werke waren auch bei der politischen Prominenz des NS-Staates gefragt. Im August 1944 wurde er von Hitler in die sogenannte "Gottbegnadeten-Liste" mit den wichtigsten deutschen Bildhauern aufgenommen, was ihn von Kriegseinsätzen befreite. Da er weder der NSDAP noch einer anderen Parteiorganisation beigetreten war und seine öffentlichen Werke kaum inhaltliche Bezüge zur nationalsozialistischen Ideologie aufwiesen, wurde er weiterhin hoch geschätzt.

Foto: c W. Grytz 07-2018

Feuerstuhl Nr. 3: James Joyce

Egon Günther ist Anarchist. Und er ist Maler und Lyriker, er arbeitet mit Naturstein, baut Trockenmauern und liebt Stuck. Er ist 1953 in München geboren und lebt jetzt in Oberbayern. Dort hat er einen „Heimatroman“ verfasst: In „Bayerische Enziane“ geht es nicht um lustige Heimatgeschichten, sondern um die Zeit der Räterepublik, des Faschismus und der Nachkriegszeit.

Günthers nicht mehr ganz so neues Projekt ist der „Feuerstuhl“. Den gibt es seit 2015. Soeben ist die dritte Ausgabe erschienen. „Feuerstuhl“ sei eine entschieden antiautoriäre Zeitschrift, ein befeuerndes Scheit Holz, benannt nach einer mexika-nischen Geschichte aus dem Roman „Regierung“ des geheimnisvollen B. Traven, erklärt Günther: „Sie bringt Prosaminiaturen, Zeichnungen, Zoten, Skizzen, surrealistische Billets, Fotografien, Palimpseste, Polaroids, Poeme, Aphorismen, Apophtegmata, anarchistische Essays, magische Mantras, nomadische Manifeste, kaleidoskopartige Ein- und Aussichten, territoriale Erkundungen & radikale Abschweifungen und hat sogar gelegentlich einen roten oder schwarzen Faden.“

 

Dieser Faden bei der dritten Ausgabe „für Spötter und Feuervögel“ ist der irische Schriftsteller James Joyce, der selbst ein großer Spötter war. Das Magazin fängt nach dem Joyce-Gedicht „Dooleysprudenz“ denn auch mit einem Essay von Detlef Thiel an: „Die Substanz der Spötter im Ulysses“. Günther schreibt im Vorwort: „In dieser Ausgabe des FEUERSTUHLs dreht sich vieles darum, dass die literarischen Pflaster- treter Joyce/Bloom/Dedalus ihren Gang durch den chaotischen Weltalltag wieder aufnehmen, bloß dass dabei noch schärfer geachtet wird auf die anarchistische Grundierung des Ganzen...“

Joyce hat sich selbst zwar nie als Anarchist bezeichnet, sondern als „sozialistischen Künstler“, wie er 1905 in einem Brief an seinen Bruder Stanislaus Joyce schrieb. Tudor Balinisteanu meint in seinem Buch „Religion and Aesthetic Experience in Joyce and Yeats“ aber, dass Joyce als liberaler Ironiker durchaus mit anarchistischen Philosophien übereinstimme – allerdings mit den gewaltfreien Ideen von Benjamin Tucker, den Joyce bewunderte. Neben Tuckers Büchern ließ Joyce in Triest auch Schriften von Kropotki, Bakunin und Proudhon zurück.

 

Günther hatte am Anfang festgelegt, dass der Feuerstuhl in strikt wechselnder Her­aus­geber­schaft fort­ge­führt werden solle. Diesmal ist Jürgen Schneider als Herausgeber mit an Bord, und dafür ist er mehr als qualifiziert. Der Galerist, Übersetzer und Künstler hat 1990 den Dubliner Verlag LiterÉire mitgegründet, er hat zwei Jahre lang in Irland gelebt, und er hat irische Schriftsteller ins Deutsche übersetzt – darunter Seán McGuffin, Seamus Heaney, Anne Enright. Er hat ein „Irisches Kochbuch“ und nicht zuletzt „James Joyce in Wiesbaden“ veröffentlicht, eine kleine Schrift über Joyces Besuch bei einem dortigen Augenspezialisten.

Neben Joyce sind in diesem überaus unterhaltsamen Feuerstuhl auch kürzlich Verstorbene wie John Giorno, Nanni Balestrini und Steve Dalachinsky mit Gedichten vertreten – und Tuli Kupferberg, der Mitbegründer der legendären Fugs, dessen Todestag sich demnächst zum zehnten Mal jährt.

Egon Günther sagte, dass die Werke der oft zu früh verstorbenen Dichter Funken der Inspiration und der Hoffnung hinterlassen, wie auch B. Travens Ausführungen über den Feuerstuhl: der Amtssitz, auf dem bei einem indianischen Volk der Häuptling Platz nimmt. Seine Untergebenen machen ihm deutlich: Hier sitze er nicht zum Ausruhen, sondern um für das Volk zu arbeiten.

Feuerstuhl No 3, Magazin für Spötter & Feuervögel. Herausgegeben von Egon Günther & Jürgen Schneider. Ostheim/Rhön: Verlag Peter Engstler, 2020. 136 S., 21 Euro.

 

Die Rezension wurde uns freundlicherweise von Ralf Sotscheck zur Verfügung gestellt. Er lebt in Irland und ist Korrespondent der Berliner Tageszeitung taz. https://www.sotscheck.net

Foto: c W. Grytz 07-2018

Lesezeit: Kriminalromane

Für den katholischen Bullen Sean Duffy gehört es zur Routine morgens unter seinem Auto nach einem Sprengsatz mit Quecksilberzünder Ausschau zu halten. Er arbeitet bei der nordirischen Polizei, wohnt in einem protestantisch geprägten Stadtviertel. Die spannenden Kriminalfälle, die er zu lösen hat, sind eingebettet in die immer wieder brisante Lage in Ulster und im Grenzgebiet zur Republik Irland. Acht Fälle hat er bisher gelöst und überlebt – manchmal nur knapp. Nach "Cold Water" ist im Juli 2020 "Alter Hund. Neue Tricks" erschienen.

Adrian McKinty zählt zu den wichtigsten nordirischen Krimiautoren. Die "Duffy-Reihe", übersetzt von Peter Torberg, gibt es auf Deutsch bei Suhrkamp Nova.

09.09.2020

Die Schriftenreihe des DIF:

Die irischen Pfälzer - The Irish Palatines

Von den irischen Pfälzern ist die Rede. "Palatine" 3 1/2 Meilen" signalisiert das Titelbild der fünften Folge in der Schriftenreihe des Deutsch-Irischen Freundeskreises in Baden-Württemberg (DIF). Aber es war eine um vieles längere und beschwerlichere Reise, die im Winter 1709 etwa 13 000 Pfälzer auf sich nahmen, um Armut und Hunger zu entfliehen. Eigentlich sollte es nach Amerika gehen; für 3000 von ihnen jedoch wurde Irland Endstation. Vor allem in der Gegend um Limerick, aber auch bei Carlow, bei Gorey und Old Ross fanden die Pfälzer eine neue Heimat.
Das Interesse an den Palatines ist in den letzten Jahren merklich angewachsen. 1989 wurde die Irish Palatine Association ins Leben gerufen, die wiederum das ausgediente Bahnhofs-gebäude von Rathkeale, Co Limerick, aufkaufte und zum Irish Palatine Heritage Centre (Museum und Forschungsstätte) umgestaltete. Dort können die Besucher auch dieses höchst lesenswerte und aufwendig gestaltete Bändchen erwerben. Der DIF hat sich nicht lumpen lassen - weder Kosten noch Mühe gescheut. Die Folge (Nr.5) in der Schriftenreihe kann sich sehen lassen: über 50 Seiten stark, zweisprachig Englisch/Deutsch und durchweg vierfarbig. Eberhard Bort

The Irish Palatines/Die irischen Pfälzer

von Dudley Levistone Cooney
gibt es nur noch direkt im Museum in Irland.
Irish Palatine Association, Irish Palatine Centre, Railway Buildings,
Rathkeale, Co. Limerick, Ireland.
tel. +353 (0)63511  email: info@irishpalatines.org

Bisher sind in der DIF-Schriftenreihe erschienen aber leider vergriffen:

 

1. Werner Friedrichs: A German Monument in Stephen´s Green Dublin
2. Enno Stephan: W. Th. Mulvany - Ein irischer Pionier des Ruhrgebiets
3. Tomas Ó Fiaich: Irische Mönche in Deutschland im späten Mittelalter
4. Eoin Burke: Das Irlandbild der Deutschen

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