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News aus Irland
Eine Legende feiert Geburtstag - Die Dubliners werden 50
Es begann mit einer Session in Dubliner Pub. BBC ehrt die irische Folkgruppe für ihr Lebenswerk.
Was vor 50 Jahren als Session in O’Donghue’s in der Dubliner Merrion Street begann, feiert nach wie vor fröhliche Urstände auf den Bühnen der irischen und internationalen Folkszene. Auch wenn von der Gründerzeit der Dubliners nur noch Fiddler John Sheahan und Banjopicker Barney McKenna (wenn auch nur noch im Sitzen) mit von der Partie sind – es ist, wie eben jener Barney zu sagen pflegt, "einfach zu spät, um jetzt noch aufzuhören."
Am 8. Februar, bei den BBC Folk Awards im Lowry Theatre in Salford, wurden die Dubliners für Ihr Lebenswerk mit dem ‘Lifetime Achievement Award’ geehrt. Ihnen war es gelungen, in den sechziger Jahren in die Pop-Charts einzubrechen, mit Songs wie ‘Seven Drunken Nights’ und ‘Seven Deadly Sins’. Ihr größter Hit war wohl ‘Whiskey in the Jar’.
"The Wild Rover" mit den Pogues
‘The Wild Rover’, ‘The Irish Rover’, den sie zwanzig Jahre später dann mit den Pogues gemeinsam noch einmal in die Hitparaden beförderten, und ‘The Rocky Road to Dublin’ dürfen auch heute noch in keinem Dubliners-Konzert fehlen.
Wie der BBC-Moderator Mike Harding bemerkte, haben die Dubliners vor einem halben Jahrhundert praktisch im Alleingang unseren Begriff von der Dubliner Pub-Musikszene geprägt. "Sie haben das Gesicht der irischen Musik nachhaltig verändert. Sie waren aufregend und anders, ein Hauch von Gefahr schien sie zu umgeben." Er nannte Luke Kelly und Ronnie Drew "zwei charismatische Sänger von seltener Qualität", und John Sheahan (der einzige ‘Dubliner’ mit einer klassischen Musikausbildung) und Barney McvKenna seien "ohne Zweifel Musiker von Weltklasse."
Fest in Temple Bar
Luke Kelly starb 1984, Ciaron Bourke vier Jahre später, und Bandgründer Ronnie Drew verlor seinen Kampf mit dem Krebs im Jahr 2008. Auch der für Ronnie Drew immer wiedermal eingesprungene Jim McCann konnte beim 50. nicht auf der Bühne dabei sein, da bei ihm Kehlkopfkrebs diagnostiziert wurde. An ihre Stelle traten über die Jahre Eamon Campbell, Seán Cannon und zuletzt Patsy Watchorn.
Bereits im Januar beim Temple Bar Trad Fest gab es die große Geburtstagsfeier, mit Gästen wie Máire Breathnach, dem Dublin Gospel Choir und Chieftains-Fiddler Seán Keane, die bei Songs wie ‘The Old Triangle’, Molly Malone’ und ‘Black Velvet Band’ kräftig mit einstimmten. Die beiden Konzerte am 27. Und 28. Januar fanden im ungewöhnlichen Rahmen der Christchurch Cathedral statt. Und die Christchurch-Organistin Donna Magee griff denn auch in die Tasten bei der Sheahan-Komposition ‘Christchurch Cathedral’. "Nach 20 Jahren kann ich das Stück endlich an dem Ort spielen, nach dem ich es benannt habe", meinte ein sichtlich zufriedener John Sheahan.
Aus Anlass des 50-jähigen Jubiläums der Band planen die Dubliners eine Live-DVD und ein Box-Set mit fünf CDs – eine für jedes Jahrzehnt! Und im November kommen die Dubliners dann wieder, wie jedes Jahr, nach Deutschland, wo sie – von München bis Hamburg – einige ihrer treuesten Fans haben. Am 2. November sind sie zu ihrem einzigen Auftritt in Baden-Württemberg im Theaterhaus in Stuttgart zu Gast.
geschrieben von Eberhard Bort/Foto: Jim McCann am 09.02.2012 um 12:46 Uhr.


