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News
Irische Politik
Taoiseach Enda Kenny bleibt bei seiner Vatikankritik
Premierminister wirft der Kirche vor, bei der Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen versagt zu haben.
Auch nach der Reaktion des Heiligen Stuhls auf den Cloyne-Report (über sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Priester, der von der Kirche gedeckt und vertuscht wurde), bleibt der irische Regierungschef Enda Kenny bei seiner vehementen Kritik am Vatikan und der katholischen Kirchenpraxis. Rom habe versagt, als es um die Zusammenarbeit mit staatlichen irischen Stellen zur Aufklärung des Skandals ging,
Auch wenn Kenny einräumte, dass seine Bemerkungen mehr auf den Untersuchungsausschuss zu den Vorfällen in der Diözese Dublin abzielten (also den Murphy-Report, der 2009 veröffentlicht wurde) als auf den Cloyne-Report von 2011, seien sie beide von der gleichen Kommission untersucht worden, und er bleibe bei seiner Darstellung: "Mein Vorwurf im Dáil hat Bestand", sagte er: "Dies war ein staatlich eingesetzter Untersuchungsausschuss, und in den Jahren 2006, 2007 und 2009 ersuchte die Murphy-Kommission den Vatikan um Auskünfte und Hilfe, und in jedem dieser Fälle wurde dieser Wunsch entweder zurückgewiesen oder verweigert."
Untersuchung behindert
Anfang September hatte der Vatikan zu den Vorwürfen im Cloyne-Report und zur Rede von Enda Kenny im Dáil am 20.
Juli in einem 25-seitigen Schreiben Stellung bezogen – sie seien "unbegründet", und Taoiseach Enda Kenny habe keine Anstalten gemacht, die Vorwürfe zu "substantiieren. In der Stellungnahme heißt es weiter: "Der Heilige Stuhl möchte in dieser Hinsicht völlig klarstellen, dass er in keiner Weise die Untersuchung über den sexuellen Missbrauch von Kindern in der Diözese Cloyne behindert oder beeinflusst hat."
Kenny hielt dagegen, dass alles andere als die volle Zusammenarbeit mit einer staatlichen Untersuchung in seinen Augen eine "nicht zu rechtfertigende Beeinträchtigung" sei. Er fügte hinzu: "Ich möchte, dass wir zu einer Situation kommen, in der die Kirche, deren Mitglied ich bin, und jede andere Organisation mit der Regierung zusammen arbeitet, so dass jede Organisation versteht, dass das Gesetz des Staats hier Anwendung findet, und dass unser übergeordnetes Interesse in dieser Hinsicht den Kindern gilt, ihrer Sicherheit und ihrer Zukunft."
Kritik des Außenministers
Auch der stellvertretende Regierungschef und Außenminister Eamon Gilmore zeigte sich in einer Rede vor Abgeordneten und Senatoren der Labour Party von der Reaktion des Vatikan enttäuscht: sie gehe am Kern der Sache vorbei. Und dieser Kern sei die erwiesene Tatsache, dass die katholische Kirche selbst nicht in erforderlicher Weise wirkungsvoll und nachhaltig gegen pädophile Priester vorgegangen sei und mehrfach die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen verweigert habe.
geschrieben von Eberhard Bort am 13.09.2011 um 17:54 Uhr.


