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Lesung mit irischer Live Music bei den "Deutsch-Iren" in Friedberg

DIF-Vize Veit Müller stellt am 21. Januar seinen Krimi "Flucht im Neckartal" vor. Peter Seitz spielt auf der Harfe.

Lesung mit irischer Live Music bei den Einen spannenden Abend mit Krimi und Harfe gibt es am Freitag, 21. Januar 2011, im Bibliothekszentrum Klosterbau im hessischen Friedberg. Der "Vize" des Deutsch-Irischen-Freundeskreises Baden-Württemberg stellt seinen neusten Krimi "Flucht im Neckartal" vor. Der Roman spielt zu großen Teilen auch an der irischen Westküste und startet mit einem Banküberfall im beschaulichen Clifden. Die Veranstaltung, organisiert von der Friedberger Gesellschaft für deutsch-irische Verständigung, beginnt um 19.30 Uhr. Umrahmt wird die Lesung von Peter Seitz auf der Harfe. Er spielt irische Weisen.

Und das schrieb "Paddy" Bort vom Irland Journal über Veit Müllers Kriminalroman:

You couldn't have come at a better time
You couldn't have come at a better time
You couldn't have come at a better time
Not if you tried, oh no
Not if you tried, oh no


Luka Bloom Riverside (1980)
–– The Platinum Collection (2007)

Urlaub in Irland. Es hätte so schön sein können. Luka Blum, Lokalreporter aus Tübingen, erstmals mit seiner Freundin Nelly in deren Heimat. Und es war auch ganz toll. Sie sind nach Kerry geflogen und haben sich an der Westküste hochgehangelt bis nach Connemara. Aber als Luka im Autoradio ‘You Couldn’t have Come at a Better Time’, den Hit seines Beinahe-Namensvetters Luka Bloom hört, hat er bereits mehr als ernsthafte Zweifel daran, ob dies wirklich die beste Zeit für seinen Besuch gewesen war.

IRA-Splittergruppe sorgt für Unruhe

Denn in Clifden war er in einen Banküberfall verwickelt worden, den offensichtlich eine Splittergruppe der IRA verübte. Dabei kam es zu einem Gerangel mit einem der Räuber. Ein Schuss löste sich, der aber als Querschläger in der Wand stecken blieb. Noch ein Schuss. Der Mann sank nieder, er war offensichtlich in die Brust getroffen. Als bald darauf die von Nelly alarmierte Polizei auftaucht, ist er tot. Aber war es Luka, der ihn erschoss, wenn auch in Notwehr? Da war ein weiteres Geräusch. Und der zweite Bankräuber hatte eine Pistole mit Schalldämpfer...

Egal – das Pflaster in Irland ist nun definitiv zu heiß für Luka. Während Nelly noch in Clifden bleibt, um der Polizei bei ihren Ermittlungen zu helfen (sie kannte einen der Täter aus ihrer Jugend), macht sich Luka auf nach Dublin, um von dort die Heimreise nach Stuttgart und Tübingen anzutreten. Schon bald stellt sich heraus, dass er verfolgt wird. Sind die republikanischen Dissidenten hinter ihm her?

Flucht aus Polizeigewahrsam

Als er dann in Pliezhausen (unweit von Tübingen) noch eine Leiche entdeckt, und gleich darauf von der Polizei als Mörder verdächtigt und verhaftet wird, verschafft ihm nur ein Unfall (oder war es ein Anschlag?) die Chance zur Flucht aus dem Polizeigewahrsam. Nun sind alle hinter ihm her, als er durchs Neckartal in Richtung Tübingen hetzt.

Die Luft rund um Tübingen wird bleihaltig. Und Luka und die zurückgekehrte Nelly sind ihres Lebens nicht mehr sicher. Sind da vielleicht rivalisierende irische Kämpen von der Rolle? Und bei der Polizei scheinen auch nicht alle am gleichen Strang zu ziehen.

Pfiffiger Saboteur

In seinem dritten in der Region Tübingen/Reutlingen angesiedelten Krimi um den Journalisten Luka Blum, der zum unfreiwilligen Ermittler wird, hat Veit Müller (der wie sein Held gerne Dornfelder aus der Pfalz trinkt, und ab und zu auch ein Guinness nicht verachtet) wieder ein gerüttelt Mass Lokalkolorit, und dazu einen kleinen Sub-Plot um einen pfiffigen Saboteur von Geschwindigkeitskontrollen eingeflochten.

Schade, zumindest für Luka, dass das Irlandabenteuer fluchtartig abgebrochen werden musste. Man kann nur hoffen, dass die Erfahrung ihm die grüne Insel nicht gar zu sehr vergällt hat. Für uns Leser löst das Erlebnis in der Bank von Clifden eine spannende Flucht aus, die bis zur letzten Seite noch Überraschungen auf Lager hat. Und am Ende die Hoffnung, dass die Geschichte von Luka und Nelly in der Tat noch lange nicht zu Ende ist. Vielleicht finden sie ja sogar die für sie dann wirklich beste Zeit für einen erneuten Irlandbesuch?

Veit Müller, Flucht im Neckartal, Reutlingen: Oertel & Spörer,
2010, €9.95

geschrieben von Eberhard Bort am 06.01.2011 um 12:30 Uhr.


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