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Zahl der Arbeitslosen in Irland steigt wieder an

Rund 8500 Neue in der Schlange vor dem Arbeitsamt. Hoffnung auf Trendwende im Herbst.

Nach offiziellen Zahlen lag die Arbeitslosigkeit in Irland im Juli bei 452 500 – das waren 8500 Arbeitslose mehr als im Vormonat, und 34 400 mehr als im gleichen Monat des Vorjahrs. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 13,7 Prozent. Im Juni waren es noch 13,4 Prozent.

Aber, wie Mark Fielding von der Irish Small & Medium Enterprises Association anmerkte, diese Zahlen stapeln tief. Sie vernachlässigen die gestiegenen Auswanderungszahlen, die steigende Zahl von staatlichen Trainings- und Fortbildungsprogrammen und die vielen, die – weil sie fürchten, keinen Arbeitsplatz zu finden – länger im Bildungsbereich verweilen. "Diese Umstände verklären das Bild auf dem Arbeitsmarkt", so Fielding, "und die Tatsache, dass weit über eine halbe Million unserer Bürger ohne Arbeit dastehen."

Sorge um Arbeitsplatz

Auch Eamon O Cuiv TD, der Minister für Soziales, räumte ein, dass die Sorge vor dem Verlust des Arbeitsplatzes in vielen Haushalten an erster Stelle rangiere, vor allem dort, wo ein Haushalt bereits von zwei Verdienern auf nurmehr einen reduziert worden ist. Deshalb, so sagte er, sei die Schaffung neuer Arbeitsplätze "top priority" für die Regierung. O Cuiv sagte auch, dass die Zahl der Arbeitslosen im Juli immer ansteige, das sei in den letzten zwanzig Jahren auch schon so gewesen. Und im Herbst drehe sich der Trend.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Labour Party, Willie Penrose, warf der Regierung dagegen vor, die Lösung der Arbeitskrise sei auf der Tagesordung der Regierung ans hinteste Ende gerutscht. "Die Einschnitte der Regierung schaffen keinen einzigen Job", sagte er: "Im Gegenteil – je mehr Geld sie aus der Wirtschaft herausziehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Zahl der Arbeitenden weiter zurückgeht."

Grimmige Zeiten

Nur eine Woche vor den Arbeitslosenzahlen gab die Regierung bekannt, dass das Steueraufkommen im Vergleich zu Juli 2009 um 5,5 Prozent geschrumpft ist – im Einkommenssteuerbereich war sogar ein um neun Prozent niedrigeres Ergebnis zu verzeichnen.

All diese Zahlen werden, wie der Irish Examiner kommentierte, den Druck auf Finanzminister Brian Lenihan bei der Vorbereituing des nächsten Sparhaushaltes im Dezember weiter verstärken. Fast verzweifelt appelliert das Blatt: "Grimmige Zeiten, Zeiten die Widerstandsfähigkeit und, trotz alledem, entschlossenen Optimismus verlangen. Denn ohne einen Grad an wohlinformiertem Optimismus rücken die Aussichten auf eine wirtschaftliche Erholung in noch weitere Ferne."

geschrieben von Eberhard Bort am 11.08.2010 um 10:25 Uhr.


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