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News aus Irland
Schlimmster Unfall auf Irlands Straßen seit dem Jahr 1961
Nach dem WM-Finale: Acht Menschen sterben bei Frontalcrash auf einer Landstraße in Donegal.
Zuerst schnitt er einen anderen Wagen, dann prallte er frontal auf ein entgegenkommendes Fahrzeug. In dem völlig überbesetzten Passat kamen sieben der Insassen ums Leben – der Fahrer selbst wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus von Letterkenny gebracht. Der Fahrer des entgegenkommenden Autos hatte keine Überlebenschance.
Die acht Freunde hatten sich das WM-Finale angeguckt und waren nun auf dem Heimweg. Doch ihr Ziel erreichten sie nicht. Dafür sorgten sie für einen traurigen Rekord: das schlimmste Blutbad auf Irlands Straßen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961.
Nur der Unglücksfahrer überlebt
Man mag es als Ironie bezeichnen. Aber Irlands Todesbilanz bei Verkehrsunfällen hat sich in den letzten Jahren dramatisch verbessert. Seit 2002 ist die Zahl der Verkehrstoten um 41 Prozent zurückgegangen. Irland, einst Schlusslicht der EU-Statistiken, liegt nun, was die Verkehrssicherheit seiner Straßen angeht, an siebter Stelle von 27 EU-Staaten.
Um so tragischer ist das Blutbad von Donegal. Die sieben jungen Männer im Passat waren im Alter zwischen 19 und 24 Jahren. Einige hatten ihren Wagen in Clonmany auf der Inishowen-Halbinsel stehen lassen und sich zusammen in den Fünfsitzer gezwängt, der auf dem Weg nach Buncrana zunächst einen Renault Megane streifte und dann mit einem Toyota Corolla kollidierte, in dem der 66-jährige Hugh Friel von einem Bingo-Abend in Buncrana nach Clonmany zurückkehrte.
Alle Insassen der beiden in die Karambolage verwickelten Fahrzeige, außer dem Fahrer des Passat, starben an der Unfallstelle. Den Polizisten, Ärzten und Feuerwehrmännern bot sich ein Bild des Entsetzens in der ländlichen Idylle von Donegal. Der Unfall hatte sich gegen 22.40 Uhr bei Glasmullen ereignet. Nach Angaben der Gardaí war kein Alkohol im Spiel.
Menschen auf Inishhowen-Halbinsel unter Schock
Die Polizei gab am darauffolgenden Tag die Namen der weiteren Toten bekannt: Eamon McDaid, 22, Buncrana, Inishowen; Mark McLaughlin, 21, Fahan; Damien McLaughlin, 21, Buncrana, Inishowen; Paul Doherty, 19, Ballyliffen, Inishowen; Ciarán Sweeney, 19, Ballyliffen and PJ McLaughlin, 24, Burnfoot, Inishowen.
Der Fahrer des Passat, Seán Kelly, 21, Buncrana, sei zwar schwer verletzt, aber außer Lebensgefahr.
Der lokale Fine Gael-Abgeordnete Joe McHugh sagte, die ganze Inishowen-Halbinsel stehe unter Schock. Es sei "der denkbar schlimmste Alptraum für die betroffenen Familien und Gemeinden." Taoiseach Brian Cowen übermittelte den Hinterbliebenen von New York aus sein Beileid.
Auf den Landstraßen Donegals sind in den vegangenen Jahren immer wieder Tragödien dieser Art vorgekommen.
So starben im Jahr 2005 bei Quigley’s Point auf der Ostseite der Halbinsel bei einem Unfall mit einem betrunkenen Fahrer fünf junge Menschen; ein Jahr später erwischte es bei einem Zusammenstoß ihres Autos mit einem anderen Fahrzeug in der Nähe von Buncrana fünf Osteuropäer.
geschrieben von Eberhard Bort am 12.07.2010 um 20:29 Uhr.


