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News aus Irland
Die Zahl der Touristen in Irland ging teils drastisch zurück
Rund zwölf Prozent weniger Menschen besuchten 2009 die grüne Insel. Mehr Werbung in Deutschland.
2009 war kein gutes Jahr für die irische Fremdenverkehrsindustrie. Um geschätzte zwölf Prozent bis zum Ende des Jahres ist der Besucherstrom auf die grüne Insel eingebrochen. Bis Oktober wurden 600 000 Besucher weniger gezählt als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Für 2010 strebt Tourism Ireland einen dreiprozentigen Zuwachs an.
Tourismus wichtiger Wirtschaftsfaktor
Millioneninvestitionen in Tourismuswerbung sollen neue (und alte) Besucher nach Irland locken. Am 3. Dezember stellte die irische Fremdenverkehrsbehörde in Dublin ihre Strategie für 2010 vor. Demnach will man sich mit Werbekampagnen vor allem auf die Märkte in Großbritannien und Deutschland konzentrieren.
Allein aus Großbritannien fiel die Zahl der Besucher um ein Viertel – vor allem wegen der britischen Rezession und dem drastisch gefallenen Pfund-Wechselkurs. Hier sollen im kommenden Jahr 13 Mio Euro in die Touristikwerbung gesteckt werden, vor allem im Vorfeld des St Patrick’s Day.
Wie der Chef von Tourism Ireland, Niall Gibbons, unterstrich, hängen Tausende von Jobs in Irland vom Erfolg der Strategie ab. Tourismus sei ein wichtiger Faktor für die "wirtschaftliche Gesundheit" Irlands. Drei Prozent Wachstum würden 230 000 zusätzliche Besucher bedeuten. Die angepeilte Zahl für Besucher der Insel würde für 2010 damit bei 7,85 Mio liegen. Im Jahr 2009 hat der Tourismus etwa 3,7 Milliarden Euro in die irischen Kassen gespült.
Kollektive Anstrengung
Allerdings hat, wie die Irish Times anfügt, das Welttourismusinstitut Tourism Economics davor gewarnt, dass Irland für 2010 ein weiterer Rückgang des Tourismus um 2 Prozent bevorstehe. "Wir glauben aber", so Gibbons, "dass wir in Zusammenarbeit mit der Fremdenverkehrsindustrie Wachstum schaffen können. Die irische Tourismusbranche gehört zu den innovativsten und
dynamischsten in der Welt, und wir haben ein hervorragendes Produkt zu vermarkten." Er räumte aber ein, dass es einer "kollektiven Anstrengung von noch nie dagewesenem Ausmaß" bedürfe, um trotz der widrigen Umstände Wahstumszahlen zu erreichen.
Die Marktforschung habe auf das Potential in Großbritannien und in Deutschland hingewiesen, deshalb werde gezielt dort investiert. Erstmals werde 2010 eine Deutschland-weite Fernseh-Werbekampagne gestartet. Vor kurzem seien bereits 900 deutsche Reiseveranstalter in Irland zu Besuch gewesen.
Optimismus für Nordirland
Auch in Nordirland sind rezessionsbedingt Besucher ausgeblieben. Waren es 2008 noch 1,7 Mio, sank die Zahl der Touristen dieses Jahr auf projezierte 1,5 Mio. Hier zielt die Strategie von Tourism Ireland auf eine vierprozentige Steigerung der Besucher im kommenden Jahr. Die Zahl der Feriengäste soll sogar um 10 Prozent steigen. Dafür sollen etwa eine Million Pfund pro Monat in Werbung und Vermarktung investiert werden.
Die Besucher aus Enland, Wales und Schottland – Nordirlands wichtigste Besucherquelle – ging dieses Jahr um 15 Prozent zurück. Aber, so verbreitete Gibbons Optimismus: "Wir haben viele guten Dinge, die in Nordirland passieren und zu unserem Vorteil arbeiten – neue Hotels, die Wiedereröffnung des Ulster Museums." Die Aussichten, den Niedergang zu stoppen, seien deshalb nicht schlecht.
geschrieben von Eberhard Bort am 06.12.2009 um 18:55 Uhr.


