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Die Fußball-WM in Südafrika geht ohne die Iren über die Bühne

Irland verliert sein Qualifikationsspiel gegen Frankreich durch ein irreguläres Tor.

Die Fußball-WM in Südafrika geht ohne die Iren über die BühneWhen Irish eyes are crying... Fast, ja fast... Aber dann hat es doch nicht sollen sein. Nachdem die FIFA vor den Ausscheidungs-spielen zur WM noch kurzfristig das Reglement manipuliert hatte, so dass die ‘Großen’ gegen die ‘Kleinen’ spielen durften, hatte es Irland mit Ex-Weltmeister Frankreich zu tun.

Frankreich zittert sich zur WM

Im ersten Spiel am 14. November holten sich die Mannen in Grün unter Trainer Giovanni Trapattoni, die in ihrer Qualifikationsgruppe ungeschlagen geblieben waren, im Croke Park in Dublin eine 0:1 Niederlage. Damit war der Berg, der sich vor ihnen auftürmte, noch einmal um einiges gewachsen. Doch vier Tage später schlug sich die Elf beachtlich im Stade de France. Robbie Keane schoss die Iren in der 33. Minute in Fühung. Und alles schien wieder weit offen.

Doch Frankreich zitterte sich zur WM. Und lange mussten sie zittern, die Blauen. Erst in der Verlängerung schaffte William Gallas den Ausgleichstreffer – und der war dazu noch irregulär erzielt, weil ihm ein klares Handspiel von Thierry Henry vorausging.

Epische Vorstellung

RTÉ nannte es eine "epische Vorstellung", die Trapattonis Team da auf den französischen Nationalrasen gezaubert hatte. Und es sei "grausam" gewesen, dass der Einsatz durch das Tor von Gallus zunichte gemacht wurde, nachdem ein zweifaches Handballspiel von Henry unmittelbar davor vom Schiedsrichter übersehen worden war.

Keane hatte sogar zweimal die Chance zum 2:0 auf dem Fuß gehabt. Auch John O'Shea und Damien Duff scheiteten nur knapp. Doch in der 104. Minute kam das Aus. Der afrikanische Traum war ausgeträumt.

Sensation lag in der Luft


Spätestens zur Halbzeitpause glaubten die Iren und ihre vielen nach Paris mitgereisten Fans, dass die Sensation in der Luft lag. Der irische Torwart Shay Given war mehr oder weniger passiver Zuschauer über weite Strecken des Spiels. Erst in der 54. Minute mußte er bei einem Fernschuss von Anelka erstmals ernsthaft eingreifen. Die Iren bestimmten das Geschehen. Von Liam Lawrence und Kevin Doyle ging viel mehr Gefahr aus als von den Stürmern in Blau.

Die französischen Fans machten aus ihrem Herzen keine Mördergrube – die Buhs für das Team, für Trainer Domenech (und für Präsident Nicolas Sarkozy) waren unüberhörbar. Und in E-Mails an RTÉ nach dem Ende des Spiels drückten eine ganze Reihe von französischen Fans den Iren ihr Mitgefühl aus – sie hätten prächtig gekämpft und gespielt und hätten es verdient gehabt, nach Südafrika zu fahren.

When Irish eyes are crying.... So viel Kummer musste in so viel Guinness ertränkt werden. Immerhin, die Herren der FIFA werden’s zufrieden sein. Und wir werden nicht nur das irische Team, sondern auch die irischen Fans in Südafrika vermissen.

Iren fordern Wiederholungsspiel

Der irische Fusballverband verlangt ein Wiederholungsspiel, nachdem Henry sein Handballspiel zugegeben hat.

In einem Statement der FAI vom 19. November heißt es: "Schlüssige Videobeweise für ein absichtliches Handspiel von Thiery Henry, das zu Frankreichs Tor in der Verlängferung führte, sind weltweit von Millionen von Fußballfans gesehen worden. Die eklatant unkorrekte Entscheidung des Schiedsrichters, das Tor anzuerkennen, hat die Integrität des Sports beschädigt, und wir fordern hiermit die Fifa als das oberste Organ unseres Sports auf, eine Wiederholung dieses Spiels anzuberaumen."

geschrieben von Eberhard Bort am 19.11.2009 um 18:16 Uhr.


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