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Kultur
Über 1000 Musiker beim großen Guinness Jazz Festival Ende Oktober
Veranstaltung in der Region um Cork trotzt der Rezession: 35 Prozent mehr Tickets verkauft.
Trotz Rezession und miesem Wetter – 35 Prozent mehr Tickets verkauft und sechs Millionen Euro für die Region erwirtschaftet. Das Guinness Jazz Festival Ende Oktober reichte bis Blarney und Kinsale. An insgesamt 80 Spielstätten trotzten die Besucherscharen dem Regen und besuchten Konzerte und Sessions beim 32. Guinness Jazz Festival. Für den Hotelier Charlie Sheil vom Clarion Hotel hat das Festival der Rezession ein Schnippchen geschlagen.
Mehr als 1000 Musiker aus fast 30 Ländern nahmen dieses Jahr am Festival teil. Darunter solch internationale Größen wie Pharoah Sanders, Kurt Elling, Jack DeJohnette, The Bad Plus, Monty Alexander und Al DiMeola, die Fun Lovin’ Criminals und das Gilad Atzmon Jazz Quartet. Sie traten in einigen der großen Theater und Konzertsäle – Everyman, Metropole, Savoy – auf.
Aus Irland waren u.a. Imelda May und die Paddy Cole All-Stars mit von der Partie bei dem viertägigen Fest, das bei weitem nicht nur Jazz präsentierte. Und die Musik spielte auch nicht nur in den großen Sälen – praktisch in jedem Pub in Cork und Umgebung war während des Festivals Live-Musik angesagt.
Coole Improvisationen
Spät am Abend spielte Kurt Elling im Everyman seinen an John Coltrane orientierten Cool Jazz, versetzt mit Balladen, die den Times-Kritiker an Johnny Hartman erinnerten. Etwas handfester ging es beim "kakophonischen" Sun Ra Arkestra zu. Der Kritiker fand’s etwas altmodisch – aber er musste zugeben, dass das überwiegend junge Publikum darauf abfuhr. "Sehr mysteriös. Sehr postmodern."
Auch ein Rockpublikum wurde von The Bad Plus, einer amerikanischen Kultband, angesprochen, die ihre Musik irgendwo zwischen Nirvana und Coleman Ornette ansiedelt. Der jamaikanische Pianist Monty Alexander stellte Bezüge zu Ska und Reggae her. Und Al Di Meola glänzte mit einer hochkarätigen, bunt zusammen gewürfelten multi-nationalen Truppe, u. a mit dem Akkordeonvirtuosen Fausto Beccalossi.
Europas freundlichstes Jazz-Festival
Cork hat sich im Lauf der letzten drei Jahrzehnte einen Ruf als Europas freundlichstes Jazz-Festival erspielt. Hier gaben sich in den vergangenen Jahren Stars wie Ella Fitzgerald, Oscar Peterson, Dizzy Gillespie, Lionel Hampton, Buddy Rich, Gerry Mulligan, Dave Brubeck, Cleo Laine, Joe Zawinul, Wynton Marsalis und Sonny Rollins ein Stelldichein.
Seit 28 Jahren wird das Festival von Guinness gesponsert. Und dieses Jahr feierte das Schwarzbier ja seinen 250. Geburtstag. Noch nicht ganz so lang, aber immerhin seit zwanzig Jahren, hat das Festival einen Fringe-Ableger in Kinsale: das Guinness Kinsale Fringe Jazz Festival, mit lokaler, regionaler und internationaler Beteiligung. Von Boogie Woogie bis Dixieland, Cool bis Free Jazz, alles ist vertreten: die Cork City Jazz Band, Doc Fingers aus Kanada, die Texas Moonbeams und die Dizzy Blues Band.
Tomas O’Brien, der Bürgermeister von Kinsale, gratulierte den Veranstaltern zu zwanzig Jahren eintrittsfreiem Vergnügen. Es gab aus diesem Anlaß einen öffentlichen Empfang des Kinsale Town Council im Trident Hotel.
geschrieben von Eberhard Bort am 31.10.2009 um 12:39 Uhr.


