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News aus Irland
Dublin tritt kräftig in die Pedale: Fahrräder zu mieten
Kurztripps durch die Stadt sind kostenlos. 450 “Dublinbikes” stehen in 40 Depots für Radler bereit.
Am 13. September fiel der Startschuß für die neuen "Dublinbikes". Und gleich am ersten Tag machten mehr als elfhundert Radfahrer von dem Angebot Gebrauch. 450 Räder stehen in der irischen Hauptstadt bereit, die für Kurztrips von unter einer halben Stunde frei ausgeliehen werden können.
450 Räder in 40 Depots
Dublin City Council erhielt die Räder umsonst, gegen die umstrittene Überlassung von Werbeflächen für die Werbefirma JC Decaux. Umstritten war vor allem, dass die Werbeflächen bereits seit einem Jahr installiert waren, die Räder aber erst jetzt zu Verfügung gestellt wurden.
Aber jetzt sind sie da. An 40 Stationen verteilt über das gesamte Stadtzentrum stehen sie für kurze Strecken unter einer halben Stunde frei zur Verfügung. Die gefragtesten Depots am ersten Tag waren St Stephen’s Green, Smithfield und Christchurch.
Experten des Stadtrats hoffen, dass jedes Rad neun mal pro Tag benutzt wird und somit über 4000 Wege mit Pedalkraft zurückgelegt werden. Beim Startschuß hatten sich bereits 2000 Dubliner dem Programm angeschlossen. Das sollte, so der Stadtrat, schon bald auf 10 000 ansteigen.
Radfahren nun ‘Mainstream’
Umweltminister John Gormley freute sich darüber, dass das Radfahren jetzt "Mainstream" geworden sei und gab der Hoffnung Ausdruck, dass das Angebot über den Stadtkern hinaus ausgedehnt werden könnte. Radfahren habe in Dublin nach letzten Statistiken seit 2006 um ein Drittel zugenommen. "Es ist nicht mehr nur ein Nischeninteresse", sagte er: "Viele Bürger haben erkannt, dass das Rad in vielen Fällen eine Alternative zum Auto ist, besonders in den Städten."
Die Räder können von halb sechs morgens bis eine halbe Stunde nach Mitternacht ‘gemietet’ werden. Nutzer müssen sich allerdings einschreiben – entweder eine Dreitageskarte für zwei Euro (an jedem Depot zu haben) oder eine Jahreskarte für 10 Euro erwerben. Stadtrat Andrew Montague nannte das neue Angebot eine großartige Egänzung der städtischen Infrastruktur: "Trips bis zu 30 Minuten sind umsonst. So wollen wir die Leute ermutigen, ‘dublinbikes’ zu nutzen."
Längere Trips kosten allerdings – bis zu einer Stunde 50 Cents, ansteigend bis zu 6,50 Euro für einen Vierstunden-Trip. Wer das Rad nicht innerhalb 24 Stunden bei einem Depot abliefert, dessen Konto wird automatisch mit 150 Euro belastet.
Aus Pariser Fehlern lernen
Als ein ähnliches Projekt vor zwei Jahren in Paris eingeführt wurde, gab es ziemlich schnell Probleme mit Vandalismus und Diebstahl. 16 000 Fälle von mutwilliger Beschädigung und 8000 gestohlene Räder sind dort bisher die Bilanz.
In Dublin, so der Stadtrat, habe man aus den Fehlern in der französischen Metropole gelernt. Die Depots seien besser einsehbar und das Verschlusssystem robuster. Die Erfahrung der ersten Tage in Dublin scheint dem Rat rechtzugeben. Es lagen keine Anzeichen von Vandalismus oder Diebstahl vor.
geschrieben von Eberhard Bort am 18.09.2009 um 17:20 Uhr.


