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News
Nordirland
Armee entschärfte massive Bombe in South Armagh
Ziel der Bombenleger war offensichtlich eion Polizeikonvoi. Auch Zivilbevölkerung war in Gefahr.
Das hätte schlimmer werden können als Omagh vor elf Jahren – zumindest war die Bombe mit 600 Pfund ein noch größeres Kaliber. Die Bombe wurde von einem Armee-Experten direkt an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik bei Forkhill in South Armagh entschärft, bevor sie ihre potenziell verheerende Wirkung entfalten konnte. Die Zündschnur führte über die innerirische Grenze in die Grafschaft Louth.
Intensive Suchaktion
Dass die Bombe gefunden und entschärft werden konnte, war Ergebnis einer koordinierten, intensiven Suchoperation zwischen der nordirischen Polizei, britischen Armeehubschraubern und der irischen Armee, nachdem eine Belfaster Tageszeitung den Hinweis erhalten hatte, dass in South Armagh eine Bombe installiert worden sei. Allerdings war der Warnanruf so vage gewesen, dass es fast eine Woche dauerte, bis der Sprengkörper aufgespürt werden konnte.
"Die Bombe in der Gegend von Forkhill hat ein signifikantes Risiko für die lokale Bevölkerung und die Polizei dargestellt", so Chief Inspector Sam Cordner vor Ort. Die Bombenleger hätten es offensichtlich auf Polizeikonvois abgesehen gehabt, "aber es hätte ihnen nichts ausgemacht, auch Zivilisten zutöten". Zwanzig Familien, darunter auch Greise und Kinder, mussten von ihren Häusern evakuiert werden.
Republikanische Dissidenten verantwortlich
Verantwortlich wurden republikanische Dissidenten gemacht, nicht einmal die Real IRA oder die Continuity IRA, sondern Oglaigh na hEireann, eine Splittergruppe einer dieser Splittergruppen. Der Sinn Féin-Abgeordnete von Newry and Armagh, Conor Murphy, fragte nach den Motiven der Leute, die die örtliche Bevölkerung in solche Gefahr bringen: "Wie soll das den Kampf um irische Freiheit fördern?"
Es war bereits der dritte in diesem Jahr in Nordirland vereitelte Bombenanschlag. Im Januar wurde in Castlewellan, County Down eine 300 Pfund-Bombe entschärft; im Mai waren auf einem Feld bei Rosslea in County Fermanagh die Komponenten für eine 100 Pfund schwere Bombe gefunden worden, bevor sie Schaden anrichten konnte.
Loyalistische Entwaffnung vor dem Abschluß
Der örtliche Abgeordnete der Ulster Unionists, Danny Kennedy, zeigte sich besorgt über die fortgesetzebn Akivitäten der republikanischen Dissidenten: "Dies war eine voll funktionsfähige Bombe. Wäre sie detoniert, hätten wir es mit einer großen Zahl von Opfern zu tun."
Aber es gab auch eine gute Nachricht aus Nordirland. Die Ulster Defence Association (UDA) hat der internationalen Kommission für die Entwaffnung paramilitärischer Organisationen mitgeteilt, dass sie in den nächsten sechs Monaten alle ihre Waffen unbrauchbar gemacht haben wird. Die anderen loyalistischen Paramilitärs – Ulster Volunteer Force (UVF) und Red Hand Commandos – hatten bereits im Juni den Abschluß ihrer Enwaffnung verkündet.
geschrieben von Eberhard Bort am 10.09.2009 um 14:02 Uhr.


