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Tourismus in Irland hat starke Einbrüche zu verzeichnen

Hotelbranche in der Krise. Im Juni 15 Prozent weniger Touristen als im Jahr zuvor.

Tourismus in Irland hat starke Einbrüche zu verzeichnen Im Juni fiel die Zahl der Touristen, die nach Irland gekommen sind, erneut um knapp über 15 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Hotelbranche beklagt Überkapazitäten. Starke Einbrüche hatte der irische Tourismus vor allem bei Reisenden aus Großbritannien und aus Kontinentaleuropa zu verzeichnen. Seit Beginn des Jahres fiel die Zahl der Besucher aus Großbritannien um fast 300 000. Allein im Juni kamen 20 Prozent weniger als noch vor zwölf Monaten, während der Besucherstrom aus anderen europäischen Ländern um 12 Prozent abfiel. Schuld an der britischen Abstinenz ist neben der Wirtschaftskrise auch der schwache Pfund-Wechselkurs gegenüber dem Euro.

Weniger Touristen aus Amerika

In den ersten sechs Monaten des Jahres kamen 10,7 Prozent weniger Besucher nach Irland – insgesamt knapp über 3,3 Mio. Der Rückgang aus den USA war mit acht Prozent zwar unterdurchschnittlich – aber bei den Besuchern fällt ins Gewicht, dass viele überdurchschnittlich viel Geld im Land lassen, so dass ein Rückgang besonders schmerzlich empfunden wird.

Tánaiste Mary Coughlan hat bei der Ankündigung des 250-Mio-Regierungsprogramms zur Erhaltung von Arbeitsplätzen hervorgehoben, dass diese Initiative auch und besonders den Angestellten im Touristikbereich helfen solle, deren Jobs "besonders gefährdet" seien.

Überkapazitäten bei Hotelzimmern

Gleichzeitig schlug die Irish Hotels Federation Alarm – die Branche kämpfe mit einer 20-prozentigen Überkapazität von 12 000 Hotelzimmern. Etwa die Hälfte aller irischen Hotels sei in finanziellen Schwierigkeiten, so der IHF-Chef John Power, der dringende Regierungshilfen für den Sektor forderte.

Die Expansion der vergangenen Jahre habe diese Überkapazitäten produziert. Es gebe jetzt 61 000 Hotelbetten im Land; 2002 seien es noch 40 000 gewesen. Die Zahl der Hotels habe sich in den letzten 13 Jahren verdoppelt – und etwa hundert davon seien durch Steuerabschreibungen finanziert worden.

Der Staat müsse nun helfen, so Power, den Sektor umzustrukturieren und zu retten. Eine beachtliche Zahl der Hotels werde in den Besitz von NAMA (der irischen ‘Bad Bank’) übergehen. Die IHF fordert, an den Entscheidungen, wie mit diesen Hotels verfahren wird, beteiligt zu werden.

geschrieben von Eberhard Bort am 12.08.2009 um 17:37 Uhr.


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