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News
Nordirland
Loyalistische Terror-Organisationen in Nordirland rüsten ab
Ulster Volunteer Force soll Großteil ihrer Waffen aus dem Verkehr gezogen haben. UDA und Red Hand Commando ziehen nach.
Nach langen,zumeist hinter den Kulissen geführten Verhandlungen, haben drei loyalistische Terror-Organisationen in Nordirland offenbar mit der Entwaffnung begonnen. Die Ulster Volunteer Force (UVF) soll bereits einen Großteil ihrer Waffen aus dem Verkehr gezogen haben. Auch die Ulster Defence Association (UDA) und das Red Hand Commando hätten den Abrüstungsprozess begonnen, verlautete in Belfast.
UDA verhandelt noch über Geld
Während die UVF sich bereits weitgehend von ihren Waffen getrennt habe, so heißt es in einem Bericht der BBC, hätte die UDA Geldzahlungen von der britischen und irischen Regierung in Millionenhöhe gefordert, die in Projekte in protestantisch-loyalistischen Stadtteilen investiert werden sollen. Auch die Forderung nach Entlassung von politischen Häftlingen sei gestellt worden. Nachdem die Regierungen in London und Dublin dies abgelehnt hätten, habe die UDA nur ein minimales Waffenarsenal zunichte gemacht.
Das Red Hand Commando, die kleinste der drei Organisationen, soll wie die UVF bereits die meisten, wenn nicht gar alle Waffen niedergelegt haben.
Neuer Meilenstein im Friedensprozess
In einer Stellungnahme begrüßten die irische und die britische Regierung diesen neuen Meilenstein im Friedensprozess Nordirlands, obwohl sie einräumten, dass sie noch auf die offizielle Bestätigung durch die internationale Waffenkontroll-Kommission warteten. Mit Spannung wird nun der nächste Bericht der Kommission erwartet, der im August fällig ist. Doch schon in in Kürze wird eine erste Stellungnahme von General John de Chastelain erwartet, die den Abrüstungsprozess bestätigt.
Auch Nordirlandminister Shaun Woodward sagte, er wolle der Kommission nicht vorgreifen, obwohl bekannt wurde, dass Minister über die neue Entwicklung ins Bild gesetzt wurden. "Wenn sich diese Nachrichten bestätigen", so Woodward, "bedeuten sie einen seismischen Wandel innerhalb des loyalistischen Lagers."
Frist drängte Loyalisten zur Entscheidung
Im Januar war Woodward noch dafür kritisiert worden, dass er die Frist für die Entwaffnung um ein Jahr verlängert hatte, um den Loyalisten die Möglichkeit zum Handeln zu geben. Er hatte aber erste konkrete Schritte bis spätestens August verlangt.
Laut Polizeichef Hugh Orde sei es diese Frist gewesen, die die Loyalisten zu einer Entscheidung gedrängt habe. Und Nordirlands First Minister und DUP-Vorsitzender Peter Robinson, der sich in persönlichen Gesprächen mit Loyalisten für die Waffenabgabe eingesetzt hatte, bekräftigte für die DUP: "Die Partei würde auf jeden Fall einen Schritt dieser Organisationen in Richtung Waffenaufgabe und Beendigung ihrer paramilitärischen Aktivitäten begrüßen."
geschrieben von Eberhard Bort am 21.06.2009 um 20:07 Uhr.


