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Späte Gerechtigkeit für Opfer des Anschlags von Omagh

Zivilgericht in Belfast verurteilt Attentäter zu Schadensersatz. Opfer sollen 1,9 Millionen Euro erhalten.

Späte Gerechtigkeit für Opfer des Anschlags von OmaghEin Zivilgericht in Belfast hat am 8. Juni vier Mitglieder der nordirischen Real IRA für den schwersten Anschlag in der Geschichte des Nordirlandkonflikts zu Schadensersatz an die Familien der Opfer verurteilt. Richter Declan Morgan sah es als erwiesen an, dass Michael McKevitt, Liam Campbell, Seamus Daly und Colm Murphy dem Armeerat der Real IRA angehören. Die Real IRA hatte sich damals zu dem Anschlag bekannt. Die Autobombe der Real IRA – die sich von der IRA aus Protest über das Karfreitagsabkommen von 1998 und den Friedensprozess angespalten hatte – kostete am 15. August 1998 neunundzwanzig Menschenleben. Niemand wurde je für die Tat verurteilt.

Überwältigende Beweise

Zwölf Angehörige der Opfer strengten daher im April letztes Jahr ein Zivilverfahren an, um auf diesem Weg Gerechtigkeit einzuklagen. Mit Erfolg. Richter Morgan entschied, dass den Angehörigen der Opfer Schadensersatz in Höhe von 1,6 Millionen Pfund (1,9 Mio. Euro) zustehe. Jede Familie habe Anspruch auf zwischen 60 000 und 100 000 Pfund. Er verwarf die Anklage gegen einen fünften Verdächtigen, Seamus McKenna.

Der Richter hielt die Beweislage für "überwältigend". Sie stützte sich auf die Aussagen eines FBI-Agenten, der die Real IRA infiltriert hatte, auf Ermittlungen der irischen und der nordirischen Polizei sowie auf abgehörte Handy-Anrufe zwischen den Hauptangeklagten.

Großartiger moralischer Sieg

Einige der Angehörigen bezweifelten, ob sie je einen Pfennig von den Verurteilten erhalten würden. Aber sie betonten die Bedeutung des Urteils. Und sie zeigten sich entschlossen, alle rechtlichen Schritte auszunutzen, um die ihnen zustehede Entschädigung von den Schuldigen einzutreiben.

Das Urteil hat international Beachtung gefunden. Michael Gallagher, dessen Sohn Aiden in Omagh unter den Todesopfern war, und der die Kampagne der betroffenen Familien angeführt hat, sagte: "Wir haben eine wichtige Botschaft an die Terroristen und ihre Opfer in der ganzen Welt geschickt – es gibt jetzt einen Weg, diejenigen herauszufordern, die unsere Angehörigen ermordet haben. Es ist ein großartiger moralischer Sieg für die Familien."

geschrieben von Eberhard Bort am 10.06.2009 um 15:34 Uhr.


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