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Protestantischer "Lynch-Mob" prügelt Sozialarbeiter zu Tode

Randalierende Anhänger der Glasgow Rangers in Nordirland überfielen in Colraine katholisches Viertel.

Protestantischer Noch in den neunziger Jahren besagte eine grausame Statistik, dass jedes ‘Old Firm’-Match – so nennt man die Begegnungen zwischen Celtic Glasgow und Glasgow Rangers – im Schnitt eineinhalb Leben kostete. Am 24. Mai holten sich Rangers erstmals seit 2005 wieder die schottische Fußballmeisterschaft, mit vier Punkten Vorsprung vor Celtic. Kurz darauf haben Anhänger der Glasgow Rangers in Irland einen Mann totgeschlagen.

Sectarian Divide

Rangers ist der "protestantische", "britische", Celtic der "katholische", "irische" Club. Diese "sectarian Divide" spiegelt sich bei den Fans nicht nur in Schottland, sondern auch in Irland. Für viele nordirische Protestanten gibt es nur die ‘Gers’, für Katholiken nur die ‘Hoops’ (mit ihren grünen Ringelhemdchen).

Nach dem Sieg ihres Clubs fuhren etwa 40 protestantische Fußball-Fans in Coleraine in das katholische Viertel der nordirischen Stadt, bewaffnet mit mehr als 20 Stöcken, randalierten und prügelten den 49 Jahre alten Katholiken und vierfachen Familienvater Kevin McDaid zu Tode.

Nach Augenzeugenberichten griffen die Randalierer wahllos die erste Person an, die ihnen über den Weg lief. Während Kevin McDaid die Hooligan-Attacke nicht überlebte, wurden seine Frau Evelyn (eine Protestantin) und sein Nachbar Damien Fleming schwer verletzt.

Einem presbyterianischen Pastor zufolge hatten die Protestanten während der Übertragung des Premier-League-Spiels in Pubs reichlich Alkohol getankt und fuhren dann in den von Katholiken bewohnten Teil der Stadt.

Lynch Mob

John Dallat von der SDLP machte die verbotene Untergrundorganisation Ulster Defence Association (UDA) für die Gewalttat des "Lynch-Mobs" verantwortlich. Der DUP-Abgeordnete Gregory Campbell verurteilte den Vorfall und forderte alle in Coleraine auf, mit Informationen zur Aufklärung des Verbrechens beizutragen.

Die Polizei nahm sieben Verdächtige fest. Wie der zuständige Detective Chief Inspector Frankie Taylor erklärte, werde der Tod von McDaid als Mord und der Angriff auf Fleming als versuchter Mord angesehen. Er appellierte an die katholische Minderheit in Coleraine, keine Vergeltung zu üben.

Nicht nur war McDaid mit einer Protestantin verheiratet, er war auch ein respektierter Sozialarbeiter, der Jugendliche beider Bevölkerungsgruppen zusammen brachte und zwischen Katholiken und der traditionell protestantisch geprägten Polizei vermittelt hatte.

geschrieben von Eberhard Bort am 26.05.2009 um 16:49 Uhr.


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