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Irland gedenkt der Großen Hungersnot im 19. Jahrhundert
Erster National Famine Memorial Day am 17. Mai in Kanada und County Cork.
Während der großen Hungersnot in Irland, 1845-51, starben über eine Million Iren; weitere 1,5 Mio waren zur Auswanderung gezwungen, vor allem nach Nordamerika. Von Derry, Glasgow, Cork und Liverpool legten die ‘Coffin Ships’ ab, auf denen die Emigranten wie Vieh zusammen gepfercht waren. Viele überlebten die Atlantiküberquerung nicht. Andere starben kurz nach der Ankunft. Der irische Gaeltachtminister Éamon Ó Cuív wird in Kanada auf der Grosse Ile bei Quebec City bereits am 10. Mai eine Plakette enthüllen, die an die 7000 irischen Männer, Frauen und Kinder erinnert, die hier, am ersten Kontaktpunkt für die Auswanderer in Kanada, begraben liegen. Vor allem aber, sagte er, sei er in Kanada, um die Leistung der Emigranten zu würdigen und zu feiern – den Beitrag, den sie in ihrer neuen Heimat geleistet haben, aber auch, was sie für die alte Heimat bedeuteten.
Große Gedenkfeier in Skibbereen
Erstmals, so hat die irische Regierng vor einem Jahr beschlossen, soll des großen Hungers im 19. Jahrhundert an einem ‘National Famine Menorial Day’ gedacht werden. "Wir müssen sicherstellen", so Ó Cuív, "dass die katastrophalen Ereignisse der Großen Hungersnot in passender Weise in Erinnerung gerufen werden, und dass der außergewöhnliche Beitrag der Auswanderer und ihrer Nachkommen gefeiert wird."
Der erste National Famine Memorial Day ist am Sonntag, 17. Mai 2009. In Irland selbst findet die wichtigste Veranstaltung im O’Donovan Rossa Park in Skibbereen statt – in einer der Regionen also, die von der Hungersnot am meisten betroffen waren, als über Jahre hinweg die Kartoffelernte im Boden verfaulte. Allein im Abbeystrewery Cemetery bei Skibbereen liegen an die 10 000 Opfer der Famine in einem Masssengrab. Bei Sportveranstaltungen und in Schulen im ganzen Land soll am 15. Mai eine Gedenkminute eingelegt werden. In den kommenden Jahren soll jeweils in einer anderen Provinz Irlands der Schwerpunkt der Gedenkveranstaltungen liegen.
"Die Insel der Iren"
"Etwa 250 000 irische Auswanderer landeten zwischen 1845 und 1855 in Kanada", so Ó Cuív. Allein 1847 seien 110 000 Einwanderer gezählt worden, die meisten von ihnen Hungerflüchtlinge. "Vier Millionen Kanadier, oder 12,5 Prozent der kanadischen Bevölkerung, berufen sich heute auf ihre irische Abstammung", so der irische Minister.
Grosse Ile, inmitten des St Lawrence River, war die kanadische Quarantäne-Station für Famine-Einwanderer. Sie wurde damals von den Einheimischen ’L’Ile des Irlandais’ genannt – die Insel der Iren.
Vor hundert Jahren wurde hier ein riesiges Keltisches Kreuz für die Toten errichtet, mit Inschriften auf Irisch, Englisch und Französisch. O’Cuiv wird auch in Toronto im dortigen ‘Ireland Park’ einen Kranz niederlegen – als Tribut an Tausende von irischen Immigranten, die hier vor der Hungersnot Zuflucht suchten.
geschrieben von Eberhard Bort am 13.05.2009 um 08:58 Uhr.


