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Irisches Rugby Team gewinnt den Six-Nations-Cup

Team wurde "mit großem Bahnhof" in Dublin empfangen. Erster Grand Slam nach 61 Jahren.

Irisches Rugby Team gewinnt den Six-Nations-CupEs war ein dramatisches Finale. Noch in der letzten Minute hätte Stephen Jones das Spiel drehen und Irland damit den Grand Slam vermasseln können. Aber sein Strafstoß aus 47 Metern Entfernung hatte nicht genug Schmackes und schaffte es nicht durch die Torpfosten. Irland stand als Sieger des diesjährigen Six Nations Rugby Cups fest. Und erstmals seit 61 Jahren holte sich das irische Team nicht nur die Championship und die Triple Crown (Siege gegen Schottland, Wales und England), sondern auch den Grand Slam – da sie neben den insulären Konkurrenten auch Frankreich und Italien geschlagen haben.

Triumph nach 61 Jahren Wartezeit

Erst einmal hatte Irland den Grand Slam erreicht – das war 1948, vor 61 Jahren. In diesem Jahr hatte das irische Team das Turnier mit einem Sieg gegen Frankreich begonnen. Am 7. Februar gab es im Croke Park in Dublin ein 30:21 – Heaslip, D’Arcy und O’Driscoll hatten Trys dazu beigesteuert. Am 15. Februar waren Bowe, Fitzgerald, Wallace und wiederum O’Driscoll mit Trys zur Stelle, um in Rom Italien mit 38:9 abzufertigen.

Dann wurde es enger. Zurück im Croke Park, empfing Irland am 28. Februar England, und konnte mit 14:13 nur äußerst knapp die Oberhand behalten – O’Driscoll war mit einem Try und einem Drop Goal maßgeblich am Erfolg beteiligt. Am 14. März überzeugte Irland nach einer schwachen ersten Hälfte in Edinburgh, als Schottland doch noch – vor allem dank fünf verwandelter Strafstösse von O’Gara – mit 22:15 niedergekämpft wurde.

Zum Finale im Millennium Stadium in Cardiff winkte Irland nicht nur der Turniersieg (der dem Team selbst bei einer Niederlage sicher gewesen wäre, sollte Wales nicht mit mindestens 13 Punkten Abstand gewinnen), die Triple Crown (die Insel-Meisterschaft),sondern auch – nach 61 Jahren – der insgesamt erst zweite Grand Slam.

Auf Messers Schneide

Erneut spielte Irland in der ersten Hälfte mit eher gebremster Schaumkraft. Zwar brachten sie das Ei mehrmals in die unmittelbare Nähe der Try-Linie, aber es gelang ihnen nicht, Punkte zu erzielen. Wales dagegen ging nach zwei verwandelten Strafstößen mit 6:0 zum Pausentee.

Doch wie schon in Edinburgh kamen die Mannen von Trainer Declan Kidney wie verwandelt aus der Kabine. Zwei Trys in kurzer Folge von O’Driscoll und Bowe drehten den Spieß um – nun führte Irland 14:6 und schien nicht mehr zu bremsen. Doch dann kämpfte sich Wales wieder heran, erzielte zwei Strafstöße und ging mit einem Drop Goal kurz vor Schluß sogar mit 15:14 in Führung. War der irische Traum vom Grand Slam ausgeträumt?

Noch zwei Minuten Spielzeit. Da gelingt Ronan O’Gara ein Drop Goal – 17:15. Das sollte es gewesen sein. Oder würde Wales noch einmal zurückschlagen? Letzte Sekunde. Wales erhält noch einen Strafstoß zugesprochen – fast von der Mittellinie, beachtliche 47 Meter vom Tor entfernt. Möglich – aber schwierig. Der letzte Kick im Spiel. Träfe Stephen Jones, hätte Wales den irischen Traum platzen lassen. Aber der Schuß von Jones schaffte es nicht bis zu den Pfosten, und Irland konnte mit dem Feiern beginnen.

Mary McAleese: "Historischer Sieg"

Die irische Präsidentin Mary McAleese war in Cardiff zur Stelle, um bei der Pokalüberreichung dabei zu sein und dem irischen Team zum "historischen Sieg" zu gratulieren. Auch Taoiseach Brian Cowen war nach Cardiff gereist (wie etwa 25 000 Iren im Millennium Stadium, und Tausende mehr in den Pubs von Cardiff), um beim Finale der Six Nations hautnah dabei zu sein.

Der Grand Slam werde in der Sportgeschichte Irlands als einer der größten Erfolge eingehen, sagt Cowen unmittelbar nach dem Spielende: "Es war ein Privileg, heute in Cardiff zu sein, um die Courage und die Entschlossenheit und den Siegeswillen des irischen Teams zu sehen. Was die irische Mannschaft heute und während des gesamten Turniers geleistet hat, war nichts anderes als superb.”

Er hob die Rolle von Trainer Declan Kidney und Teamkapitän Brian O’Driscoll besonders hervor, obwohl der Erfolg eine Auszeichnung für die ganze Mannschaft sei. Alle Spieler hätten "große Leidenschaft, Können und Engagement" gezeigt, und Iren auf der ganzen Welt seien stolz auf sie.

O’Driscoll: "A sweet, sweet Day"

Für Brian O’Driscoll war der Grand Slam die Kulmination seiner zehnjährigen Karriere im irischen Rugby-Team. Dreimal hatte der Titel gewinkt – und dreimal war Irland knapp vor dem großen Ziel abgefangen worden. Diesmal hat es geklappt. Das sei ein "süßer, süßer Tag", so O’Driscoll, der mit der über das gesamte Turnier hinweg gezeigten Leistung Aussichten hat, Kapitän der ‘British & Irish Lions’ zu werden, wenn sie im August nach Südafrika auf Tour gehen.

Am Tag nach dem glorreichen Sieg gab es einen großen Bahnhof für das Team – Empfang im Mansion House in Dublin duch Oberbürgermeisterin Eibhlin Byrne. Eine Bühne wurde errichtet und die Dawson Street gesperrt, um dem Massenandrang Platz zu schaffen.

geschrieben von Eberhard Bort am 27.03.2009 um 09:21 Uhr.


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