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News aus Irland
Schweinefleisch aus Irland ist mit Dioxin belastet
Große Rückrufaktion für alle irischen Schweinefleisch-Produkte trifft irische Bauern hart.
Bei einer hastig einberufenen Pressekonferenz in der irischen Haupstadt Dublin am Abend des 6. Dezember schlug das Landwirtschafts- und Ernährungministerium Alarm. Die recht spektakuläre Botschaft hieß: Alle Schweinefleischprodukte aus Irland seit September 2008 sollten wegen Dioxinbelastung sofort aus dem nationalen wie internationalen Verkehr gezogen werden. Konsumenten, die noch irisches Schweinefleisch im Kühlschrank oder in der Gefriertruhe haben, das sie seit dem 1. September gekauft haben, sollten dies vernichten – und genau so sollten alle Supermärkte, Fleischerläden, etc irisches Schweinefeisch sofort aus dem Sortiment nehmen.
Grenzwerte deutlich überschritten
Toxine (Polychlorin-Biphenyle/PCBs), 80 bis 200 mal höher als die erlaubten Grenzwerte, wurden bei Routineuntersuchungen in irischen Schweinefleischprodukten gefunden. Die Food Safety Authority of Ireland (FSAI) geht davon aus, dass das krebserregende Gift über Futtermittel ins Fleisch der Schweine geriet. Erste Funde seien am Montag, den 1. Dezember, aufgetaucht. Am Samstag sei der Befund von den Labors bestätigt worden.
Wie bei der Pressekonferenz, die von Landwirtschaftsminister Brendan Smith und Gesundheitsministerin Mary Harney geleitet wurde, weiter bekannt gegeben wurde, sei nur ein Futtermittellieferant involviert und insgesamt 47 Farmen von der Kontamination betroffen. Neun davon sind demnach Schweinzuchtbetriebe; aber auch 38 Rinderfarmen wurden in die Untersuchung (und das ausgesprochene Schlachtverbot) aufgenommen.
Gesundheitliches Risiko "gering"
Das Gesundheitsrisiko, so der FSAI-Sprecher Rod Evans gegenüber der Irish Times, werde als "sehr geringfügig" eingeschätzt. Beim Verzehr von Dioxin belastetem Fleisch über einen kurzen Zeitraum seien gesundheitsschädigende Folgen "unwahrscheinlich".
Wie Alan Reilly von der FSAI hinzufügte, geht es nicht nur um Fleisch und Würste – auch Pizzabeläge, Schinken, alles, was Schweinefleisch enthält, sollte an den Handel zurück gegeben werden oder in den Mülleimer wandern. Es gebe jedoch derzeit keine Notwendigkeit, für Rindfleischprodukte ähnliche Schritte einzuleiten.
Schwerer Schlag für irische Schweinezüchter
Der Rückruf wird die Schweinzüchter in Irland hart treffen. Sie sind der viertwichtigste Zweig der Agrarindustrie mit einem Jahresumsatz von fast einer halben Milliarde Euro. Etwa 7000 Arbeitsplätze in der Republik hängen an der Schweinezucht, 1200 davon auf Bauernhöfen. Etwa 500 Farmen züchten etwa 3,6 Millionen Schweine im Jahr – 60 Prozent der Produktion gehen in den Export.
Der Präsident des irischen Bauernverbandes Padraig Walshe nannte die Rückrufaktion "ein absolutes Desaster" zu dieser für die Schweinezüchter "wichtigen Zeit des Jahres". Er erwarte, dass innerhalb einer halben Woche wieder "vollkommen sicheres irisches Schweinefleisch" in den Regalen sein werde.
Der Sprecher der Labour Party für Landwirtschaft und Nahrung, Sean Sherlock, sagte, die Priorität der Regierung müsse jetzt beim Schutz der Konsumenten liegen. Aber es sei auch Aktion gefragt, damit der "Weihnachtsmarkt für Schweinefleisch und Schinken" gerettet werde. Die Rückrufaktion stelle eine echte Gefahr für die gesamte irische Nahrungsmittelindustrie dar, "eine größere Bedrohung vielleicht als Rinderwahn oder Maul- und Klauenseuche".
Der Staatsminister für Nahrung und Nahrungssicherheit, Trevor Sargent, sagte, die staatlichen Behörden hätten "schnell und effizient" gehandelt. Das kontaminierte Futter sei aus dem Verkehr gezogen und die betroffenen Betriebe seien isoliert.
geschrieben von Eberhard Bort am 07.12.2008 um 17:48 Uhr.


