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Rebels, Rogues & Rock’n’Rollers
Szenemagazin ließ über den populärsten Dubliner abstimmen. Ronnie Drew an erster Stelle.
Der ‘Dubliner’ – das Szenemagazin der irischen Hauptstadt – rief zum Urnengang, und fast 2000 Leser nahmen an der Wahl teil: zu wählen war der Top-Dubliner aller Zeiten. ‘Der’ Dubliner – ja, denn unter die Top-Ten konnte sich nicht eine einzige Frau einreihen! An der Spitze lag Ronnie Drew, aber auch der Physiker William Rowan Hamilton (siehe Foto) kam unter die ersten Zehn.
Schriftsteller, Politiker und Musiker
Schriftsteller, Politiker und Musiker bestimmen die Liste. Die Dramatiker Sean O’Casey – Autor der Dubliner Trilogie (‘The Shadow of a Gunman’, ‘Juno and the Paycock’ und ‘The Plough and the Stars’) – und Oscar Wilde (‘Lady Windermere’s Fan’, ‘The Importance of Being Earnest’) kamen auf den 10. bzw den 2. Platz. James Joyce, der Dublin in seinem ‘Ulysses’ (1922) ein literarisches Denkmal gesetzt hat, belegte Rang 4.
Padraig Pearse, der Anführer der Rebellion von 1916, der an jenem Ostermontag die Unabhängigkeitsproklamation vor dem GPO verlas und kurz darauf von den Briten hingerichtet wurde, erreichte Platz 7.
Ronnie Drew "mit Abstand" vorn
Nur zwei lebende Dubliner finden sich auf der Liste – der Schauspieler und ‘Hollywood-Rebell’ Colin Farrell (Nr.9) und U2-Frontman und Aktivist Bono (Nr.6). Weit in Front lag, so Trevor White, der Herausgeber des ‘Dubliner’, der in diesem Jahr verstorbene Ex-Dubliner Ronnie Drew: er gewann "mit beachtlichem Abstand".
Keine Überraschung sicher, dass Arthur Guinness es in die Top-Ten schaffte – das von ihm erfundene und seit 1759 gebraute Stout ist aus Dublin nicht wegzudenken. Phil Lynott von Thin Lizzie kam auf den 7. Platz. Einen Rang dahinter finden wir allerdings die Überraschung der Umfrage – den Mathematiker und Physiker William Rowan Hamilton (1805-1865). Vielleicht haben unter den knapp zweitausend Wählern besonders viele von Trinity College aus ihre E-mails geschickt, den mit dieser Universität ist der Name Hamiltons eng verbunden.
Die größten Dubliner aller Zeiten auf einen Blick:
1. Ronnie Drew
2. Oscar Wilde
3. Arthur Guinness
4. James Joyce
5. Phil Lynott
6. Bono
7. Padraig Pearse
8. William Rowan Hamilton
9. Colin Farrell
10. Sean O’Casey
Es fällt nicht nur auf, dass die Liste nur Männer aufweist. Es fehlen auch unter den Männern ein paar Namen, die man hätte erwarten können. Wo, z. B. sind die Nobelpreisträger William Butler Yeats, George Bernard Shaw und Samuel Beckett?
Vielleicht fragt ‘The Dubliner’ nächtes Jahr ja mal nach der größten Dublinerin aller Zeiten? Wetten, dass Molly Malone ganz vorne landen würde?
geschrieben von Eberhard Bort am 16.11.2008 um 20:20 Uhr.


