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Dingle Peninsula - Immer eine Reise wert

Eine wild romantische Landschaft an der Südwestküste Irlands

Dingle Peninsula - Immer eine Reise wertPünktlich zur Mittagszeit flogen wir ein. Farranfore, Kerry Airport. Airport ist gut gesagt. Das Flugzeug landet direkt vor der Tür. Zu Fuß geht's zum einzigen Förderband, auf dem die Koffer eintrudeln. In der Abfertigungshalle sind drei Check-in-Schalter, aber mindestens doppelt so viele, auf engstem Raum zusammengepferchte Kabinen der Autovermietungen. Und ein Auto braucht man, will man ein bisschen in Kerry herumkommen und nicht gerade auf die spärlichen öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sein.
Unser Ziel ist die Dingle-Halbinsel. Nachdem wir unseren Mietwagen abgeholt haben, fahren wir Richtung Tralee. Es regnet. Natürlich. Es ist der 16. März, und was hat man zu dieser Jahreszeit anderes zu erwarten als Regen. Nicht umsonst ist die Insel so grün. Doch ich sollte mich täuschen. Eine Woche Kerry, und nur zwei Tage schlechtes Wetter. Sonst meist Sonnenschein, dazwischen große Wolkentürme, kleine, irische Minuten-Schauer und viel Wind.
Zimmer frei in der Waterworld
In Tralee sehen wir uns im Tourist Office um. Wir haben den Flug mit Ryan Air und den Mietwagen schon in Deutschland gebucht, nur die Unterkunft haben wir noch nicht. Doch das sollte im März kein Problem sein. War es auch nicht. Wir landeten einen Volltreffer.
Von Tralee ging es Richtung Westen an der Küste entlang. Vom Tourist Office, dort war man sehr freundlich zu uns, wussten wir, dass es bei Castlegregory einige Bed-&Breakfast-Häuser gibt. waterworldWir biegen von der Hauptstraße ab, direkt vor einer hellblau angemalten Madonnen-Statue, und suchen. Wir fahren und fahren die kleine Landzunge ab, bis nach Fahamore, aber nirgendwo ein Bed&Breakfast-Sign. Als die Straße fast schon aufhört, sind wir plötzlich am Ziel. Direkt vor uns steht "Waterworld", ein Bed&Breakfast, das fast schon ein Motel ist und von drei Seiten vom Meer umgeben ist. Wir fragen nach und tatsächlich, sie haben Zimmer frei.
Eigentlich kein Wunder, denn sie hatten noch gar nicht richtig geöffnet. Wir können jedenfalls bleiben und die Übernachtung ist überraschend billig. 32 Euro für einen Erwachsenen und ein Kind im Doppelzimmer en suite, also mit Bad und Toilette, und nicht zu vergessen: mit irischem Frühstück.
St. Patrick's Day in Tralee
"Waterworld" (www.waterworld.ie), oder auch "Harbour House" genannt, entpuppt sich als Tauchzentrum. Man kann dort auch das Tauchen erlernen. Außerdem gibt es im Sommer, wie man uns sagte, in der Nähe für Kinder auch jede Menge Wasserspaß am Meer, und Pony-Reiten. Von unserem Zimmer aus laufen wir direkt zum Indoor-Schwimmingpool. Kaum zu glauben, aber wahr. Das "Harbour House" hat ein kleines Hallenschwimmbad für die Tauchkurse. Wir können dort jeden Tag baden, was wir vor allem abends nutzen, wenn wir von unseren Touren zurückkehren. Ich kann "Waterworld" nur empfehlen, ein absoluter Geheimtipp, allerdings glaube ich, dass es dort im Sommer wesentlich teurer ist.
St. Patrick's Day in TraleeAber Irland ist im März auch sehr schön. Auf der Dingle-Peninsula gibt es jede Menge Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Da wir am 16. März nach Kerry reisten, war am nächsten Tag natürlich ein Pflichtbesuch in Tralee angesagt: Die St. Patrick`s Day Parade. Während es in Dublin ziemlich verrückt zuging, war man in Tralee doch sehr gesittet. Es gab einen Umzug durch die Hauptstraße, an dem sich alle öffentlichen Einrichtungen, wie Militär, Feuerwehr, Kindergarten und noch viele mehr beteiligten. Auch einige Vereine waren dabei, meist sehr bunt gekleidet.
Slead Head und die Blaskets
In den nächsten Tagen ging es dann kreuz und quer über die Dingle-Halbinsel. Unbedingt empfehlenswert ist die Fahrt über den Connor Pass. Eine wild romantische Straße, die sich an Felsen entlang nach oben schlängelt. Auf dem Pass hat man eine herrliche Sicht, einerseits Richtung Dingle, andererseits Richtung Brandon Bay. Dingle ist ein netter kleiner Touristen-Ort mit Delphin (namens Fungi) und einem recht guten See-Aquarium. Von Dingle, der westlichsten Stadt Europas, folgt man einer engen Straße am Meer entlang, die absolut Pflicht ist. Sie führt zum Slea Head (wunderschöner Aussichtspunkt), an einem sehr schönen Strand vorbei (dort wurde Ryan's Daughter gedreht), bis zum Blasket Centre, das aber leider erst ab Mai geöffnet ist. Von dort kann man auch auf die Blasket Islands fahren.
KüsteNoch ein paar Kilometer weiter liegt das Gallarus Oratory, eine kleine Kirche, die nur aus Steinen (ohne Mörtel und Dachziegel) errichtet ist und deshalb wie ein Boot Kiel oben aussieht. Unterwegs gibt es noch jede Menge Forts (z. B. Dunbeg) und sonstige Ruinen zu besichtigen, die aufzuzählen zu viel Platz einnehmen würde. Sehr schön und wild ist auch die Fahrt von Aughlis quer durch die Insel und die Slieve Mish Mountains nach Camp. Sehenswert ist zudem der lange Strand bei Inch.
Wenn man Kultur will, kann man nach Tralee fahren. Dort ist es einige Theater. Und zur Unterhaltung noch ein Abstecher ins Spaßbad, das direkt neben einer alten Dampfeisenbahnstrecke liegt Von Tralee aus ist man auch sehr schnell in Killarney und auf dem Ring of Kerry. Weitere Ausflugsziele in der Nähe sind unter anderem Ardfert und natürlich das Pfälzer-Museum in Rathkeale (siehe DIF-Schriftenreihe Nr.5), an der Straße nach Limerick gelegen.
Es gäbe noch sehr viel zu erzählen, aber dafür reicht der Rundbrief nicht aus. Nur so viel. Die Dingle-Halbinsel ist eine wunderbare Ecke im Südwesten von Irland. Dort traf man im März noch auf ganz wenige Touristen, ganz im Gegensatz zu Killarney beispielsweise, wo schon um diese Jahreszeit recht viel los war. (aus Rundbrief Juni 2004)

geschrieben von Veit Müller am 01.04.2006 um 15:53 Uhr.


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